energate News: Gasunie kündigt Milliarden-Investitionen an
Groningen (energate) - Die niederländische Gasunie will in den kommenden Jahren 12 Mrd. Euro in den Ausbau der Energieinfrastruktur investieren. Zwei Drittel der bis 2030 geplanten Investitionen sollen dabei in die Transformation fließen, das übrige Drittel dient der Versorgungssicherheit mit Erdgas. Schon im Jahr 2024 betrug der Anteil der grünen Projekte bei den Ausgaben 45 Prozent, teilte das Unternehmen mit der Veröffentlichung der Jahresbilanz mit. Im Vorjahr waren es noch 20 Prozent.
Der staatlichen Infrastrukturgesellschaft geht es um die Zukunftsfähigkeit der Industrie, die wegen einer verringerten Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel steht. "Die Niederlande befinden sich derzeit an einem Wendepunkt, an dem sich zeigen wird, ob wir mit oder ohne Industrie nachhaltiger werden", sagte Gasunie-CEO Willemien Terpstra. Ohne Industrie werde es für die Niederlande und Europa "katastrophal", was Wohlstand, Arbeitsplätze, Autonomie und Umwelt angehe. Gasunie wolle alles dafür tun, Schlüsselindustrien im Land zu halten.
Wasserstoff und CCS
Der Konzern hat Ende 2024 das Ziel Klimaneutralität bis 2045 ausgegeben und dafür massive Investitionen angekündigt. Mit dem Aufbau einer CCS-Infrastruktur zur Abscheidung, Transport und Speicherung von CO2 könne die Industrie ihre Emissionen bis 2030 halbieren. Daneben will Gasunie so bald wie möglich das landesweite Wasserstoffnetz fertigstellen und die Einspeisung von Biomethan ins Gasnetz erhöhen.
Beim CCS sind die Arbeiten am Projekt Porthos zur Offshore-Speicherung von CO2 bereits gestartet. Die Inbetriebnahme ist für 2026 vorgesehen. In diesem oder dem kommenden Jahr will Gasunie dann die Investitionsentscheidungen für das größer dimensionierte Aramis-Projekt und das Rotterdamer CO2-Terminal "CO2next" treffen.
Den Zeitplan für das Wasserstoffnetz hat Gasunie im Dezember 2024 aktualisiert, um zukünftigen Nutzern Klarheit zu verschaffen, wann sie mit einer Leitung rechnen können. Die Arbeiten am ersten Abschnitt in Rotterdam seien im Zeitplan, im Jahr 2026 könne der erste Wasserstoff fließen. Spätestens im Jahr 2030 sollen die industriellen Zentren entlang der Küste erschlossen sein. Die internationalen Verbindungen nach Belgien und Deutschland sind dann für 2032 eingeplant.
Gastransportmengen sind gesunken
Die transportierten Erdgasmengen im Netz der Gasunie sind im Jahr 2024 um 9 Prozent auf 887 TWh zurückgegangen, nach 973 TWh im Jahr 2023. Es wurde weniger Gas aus den Niederlanden exportiert, so die Begründung. Während die LNG-Importe im niederländischen Netz von 20,2 auf 16,7 Mrd. Kubikmeter zurückgegangen sind, legten sie im deutschen Gasunie-Netz von 14 auf 21,6 Mrd. Kubikmeter zu. Laut Gasunie hat eine Marktabfrage gezeigt, dass es am Standort des temporären LNG-Importterminals in Eemshaven weiterhin Bedarf für LNG-Importe und Exporte von CO2 gibt. Die Entscheidung über eine Verlängerung des befristeten Betriebs will Gasunie in diesem Jahr treffen.
Das Nettoergebnis nach Steuern war mit 355 Mio. Euro um 75 Mio. Euro niedriger als im Vorjahr. Der Umsatz betrug knapp 1,6 Mrd. Euro nach rund 1,8 Mrd. Euro im Vorjahr. Hintergrund ist, dass das "EemsEnergyTerminal" nach der Neuordnung der Eigentümerstruktur nicht mehr voll konsolidiert wird.